GZM Klangbrücke | Music-Loft Aachen

Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen e.V.

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Spielplan

Neue Musik

17

Freitag, 17. November 2006, 20:00

Klangbrücke im Alten Kurhaus, Aachen

Ascolta Trio

Ascolta Trio

Ascolta Trio

Zoltán Kovács – Klarinetten
Eric Borgir – Violoncello
Florian Hoelscher – Klavier


Räume, Grenzgänge, Utopien

Der Brite Jonathan Harvey erweitert den temperierten, – in Anlehnung an den Synaestheten Messiaen, dem das prismatische Spiel des Lichts in den Obertonreihen des Klangs widerhallte, – farbigen Klaviersatz mit spektral gestimmten Klavierklängen vom Zuspielband synergetisch zu einem »Super-Klavier«. Ähnlich verfährt die Finnin Kaija Saariaho: das Cello erscheint als klanglich erweitertes, mehrstimmiges Instrument in einer neuen Räumlichkeit.
In das Schattenreich des schakalköpfigen »Anubis« dringt das spiegelverkehrt von einem oben liegenden »Grundton« in die Klang-Unterwelt projezierte »Teiltonspektrum« der Komposition für Kontrabassklarinette von Gerard Grisey. Doch Tag-, also aufwärts gerichtet sind die Spektren im zum Diptychon ergänzenden »Nout«, gemäß der die Sonne zyklisch verzehrenden und gebärenden Göttin.
Jenseits der spektralanalytischen »Nabelschau« und hin zu anderen Kulturen, Zeit-Räumen
schlagen Toshio Hosokawa und Rolf Riehm Brücken: Die Idee einer vertikalen Zeit wird im Nō-Theater artikuliert. Im Rückgriff auf barockes Formelvokabular nehmen Verzierungen=Fioretti überhand, zerfasern und überwuchern die Hauptlineatur.
Der Grieche Aperghis ist in Paris so zuhause wie im Theater. Seine im direkten Kontakt mit Schauspielern und Musikern gereifte Musik gestikuliert geradezu körperlich. In der brillianten Revue des »Trio« katapultiert der gestische Schwung hinauf zu ungeahnten Höhen, Lautstärken,
Geschwindigkeiten.[M7]

Programm:

Georges Aperghis: Trio für Klarinette, Cello und Klavier (1996)

Gerard Grisey: Anubis – Nout für Kontrabaßklarinette (1983)
in memoriam Claude Vivier

Jonathan Harvey: Tombeau de Messiaen für Klavier und Zuspielband (1994)

Toshio Hosokawa: vertical time study I (1992)
für Klarinette, Violoncello und Klavier

Rolf Riehm: FIORETTI Within My Bosom (2000)
Klarinette in B, Violoncello und Klavier

Kaija Saariaho: Près für cello and electronics (1992)



Zoltán Kovács, Klarinette

Zoltán Kovács, geboren 1977 in Pásztó (Ungarn). Ausbildung an den Musikakademien ''Béla Bartók'' und ''Franz Liszt'' in Budapest und an der Musikhochschule Freiburg bei Prof. Dieter Klöcker. Von 2001 bis 2003 in der Solistenklasse von Prof. Jörg Widmann. Preisträger zahlreicher internationalen Wettbewerbe: u. a. erster Preis beim ''Concertino Prag'' (1996), Förderpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft. Seit 2001 Stipendiat der Deutschen Kultur-Stiftung ''Villa Musica''. Rege Kammermusikalische Tätigkeit Deutschlandweit. Seit 2002 regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Ensemble ''Consortium Classicum'' und mit dem ''Münchener Kammerorchester''. Verschiedene Rundfunk- und Fernsehproduktionen. 2002 CD-Einspielung bei ''ARTS'' (Clarinet XX.th Century).

Eric Borgir, Cello

Sohn norwegischer Musikereltern, verbrachte seine Kindheit in den USA. Nach Studien der Musik und Biologie in Ohio (Steven Doane), Boston (David Wells) und Houston, Texas, wo er als Assistent von Prof. Shirley Trepel eine Klasse an der Musikhochschule betreute, wurde er vom »International Institute of Education« für eine Konzertreise nach Europa ausgewählt. Es folgte 1991 die Übersiedlung nach Deutschland. Im Vordergrund seiner Aktivitäten stehen die Kammermusik und die neue Musik. Seit 1995 spielt er im Emanon Trio, mit dem er diverse Preise gewonnen hat, u.a. den ersten Preis beim Internationalen Johannes- Brahms-Wettbewerb in Österreich. Konzerte in vielen der großen Säle Deutschlands folgten. Mit dem Ensemble VARIANTI war der Cellist im In- und Ausland an zahlreichen Uraufführungen sowie Radio- und CD-Produktionen beteiligt. Er ist Gründungmitglied von ascolta.
Als Gast tritt er regelmäßig mit dem Ensemble Modern sowie mit dem ensemble resonanz auf.
Erik Borgir ist Solo-Cellist des Bayerischen Kammerorchesters.

Florian Hoelscher, Klavier

geboren 1970 in Würzburg, studierte bei Robert Levin, Michel Béroff und Pierre-Laurent Aimard in Freiburg, Paris und Köln. Nach frühen Wettbewerbserfolgen entwickelte er eine ausgedehnte Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker in den meisten europäischen Ländern sowie den USA.
Er ist Mitglied des Ensemble Aventure und Gründungsmitglied des Stuttgarter Ensembles ascolta, mit dem er bei allen wichtigen Festivals für zeitgenössische Musik präsent ist. Häufige Einladungen erhielt er auch vom Ensemble Modern und dem Ensemble »Musikfabrik«.
Als Solist arbeitete er mit Dirigenten wie Peter Eötvös, Christopher Hogwood, Dominique My, Mark Foster, Kaspar de Roo, Joseph Swensen, Lothar Zagrosek und Stefan Asbury; zu seinen Kammermusikpartnern gehören u.a. Rainer Kussmaul, Jean-Guihen Queyras, Chen Halevi und Christian Hommel.
Mit Soloprogrammen war er Gast u.a. beim Festival « Présences » (Radio France, Paris), beim Festival « Eclat » in Stuttgart, beim Bartok-Festival Szombathély/Ungarn, im IRCAM, Paris (Festival Agora), im Großen Sendesaal des WDR Köln, im Théâtre du Châtelet Paris, in der Tonhalle Zürich, in Genf, Luxemburg, Neapel und Prag. Ebenso trat er bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, in der Frankfurter Alten Oper und beim Festival in Paris-Royaumont auf; kürzlich gastierte er erstmals bei den Salzburger Festspielen.
Auf CD liegen u.a. Klavierwerke von Robert Schumann, die erste Gesamteinspielung der Klaviersonaten von E.T.A. Hoffmann, B. Martinus « Toccata e due Canzoni » (Leitung : Christopher Hogwood) und Lieder von Dieter Schnebel vor. Kürzlich erschien die CD-Einspielung der »Miniature estrose« von Marco Stroppa (stradivarius), die von der internationalen Kritik begeistert aufgenommen wurde. Demnächst folgt eine CD mit Solo- und Duo-Werken von Iannis Xenakis (mit Boris Müller, Schlagzeug).
Sein Repertoire umfasst Klavier- und Cembalowerke aus vier Jahrhunderten.
Florian Hoelscher lehrt zeitgenössische Klavier- und Kammermusik an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen.

[www.ascolta.de]

EINTRITT 14,-/ 10,- €

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