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Spielplan

Monday Night Jazz

18

Montag, 18. September 2006, 21:00

Klangbrücke im Alten Kurhaus, Aachen

Cattleya Trio

CD-Präsentation

Cattleya Trio © PROMO

Cattleya Trio © PROMO

Harald Ingenhag – Schlagzeug und Komposition
Michel Bisceglia – Piano
Volker Heinze – Kontrabass


Cattleya ist eine amerik.-tropische Orchideenart, aber auch ein Verweis auf den frz. Romancier Marcel Proust, aus dessen Romanwerk (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit) dieser Begriff stammt. Im ersten Teil des ersten Buches stößt man auf die Metapher Cattleya, und sie begleitet uns Leser durch die Höhen und Tiefen (meistens letzteres) einer amou fou, einer rasenden Leidenschaft, die keine Befriedigung kennt. Cattleya steht für Liebesspiel, Zärtlichkeit, Erotik und Erfüllung geheimster Wünsche und fungiert als eine Art Beziehungscode zwischen Swann, dem Dandy und Odette, der Kokotte.

Das Trio Cattleya wurde vor zehn Jahren von dem Schlagzeuger und Komponisten Harald Ingenhag gegründet. Schon früh begannen er und der Pianist Michel Bisceglia damit, eine eigene Klangwelt zu entwerfen, jenen Sound zu kreieren, den heute Publikum wie Kritiker schätzen. Auf der Suche nach Motiven, die ihm als Vorlage für seine Kompositonen dienten, stieß Ingenhag irgendwann fast zwangsläufig auf das Werk Marcel Prousts, dessen Lektüre ihn noch zu Pennälerzeiten tief beeindruckt hatte.

Der »Tango Cattleya« thematisiert das Verhältnis zwischen Swann und Odette, bzw. die Art, wie sie sich zum ersten Mal näherkommen. »Le petit Marcel va au lit« bezieht sich auf das Gute-Nacht-Kuß-Drama im ersten Buch, demzufolge der kleine Marcel nicht ohne den Kuß der geliebten Mama einzuschlafen imstande ist und »Le temps perdu« (Verlorene Zeit) korrespondiert mit dem Titel des Werks und thematisiert das Phänomen ERINNERUNG.
Cattleya spielt einen Jazz der feinen, lyrischen Art. Pop, Folklore und Impressionismus sind allesamt Elemente, die außerdem in die Musik dieses unvergleichlichen Trios einfließen.

Das Klavierspiel des Michel Bisceglia hat beim Zuhörer die Wirkung, diesen in seinen Bann zu ziehen. Die Emotion wird nicht gemieden, sondern gesucht. Volker Heinze spielt seinen Kontrabaß einfühlsam, nicht »dienend«, sondern bisweilen fordernd, eben souverän. Der Schlagzeuger ist auch zugleich Komponist und Initiator des Ensembles. Harald Ingenhag bezieht sich bei einigen der Cattleya-Stücke auf das Werk des frz. Romanciers Marcel Proust, (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit), indem er Motive daraus aufgreift und in Tonsprache übersetzt. Die Titel sind programmatisch und thematisieren Konflikte, Sehnsüchte oder Traumata der literarischen Figuren. So ist es nur folgerichtig, daß bei diesem Konzert auch (mit Worten!) erzählt wird. Vor allem wird die Herkunft des Trio-Namens erläutert, wobei dem Publikum genüßlich eine delikate Episode aus dem monumentalen Werk Prousts erzählt wird.
Leidenschaft und Abgrund, Kompositionen am Rande der Stille, hohe Improvisationskunst, Intensität und Echtheit – und pure Lebensfreude manifestieren sich in dieser Musik.

EINTRITT 10,-/6,- €

Mit freundlicher Unterstützung von:

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