GZM Klangbrücke | Music-Loft Aachen

Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen e.V.

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Spielplan

Aixperimente (Neue Musik)

28

Freitag, 28. April 2006, 20:00

Klangbrücke im Alten Kurhaus, Aachen

Jessica Kuhn, Violoncello

Giacinto Scelsi : Die drei Lebensabschnitte des Menschen

Jessica Kuhn © PROMO

Jessica Kuhn © PROMO

Giacinto Scelsi, Conte d´ Ayala Valva, wollte sich nicht als Komponist sondern als Medium verstanden wissen. Wie seinem Dichter- und Malerfreund Henri Michaux war ihm an einer Überschreitung der sub-jektfixierten Kreativität gelegen. Auch litt er an der ganz der rationalen Ordnung unterworfenen Sicht-weise westlicher Kunstmusik, welche die Energie des Klangs als ursprüngliche kosmische Kraft aus dem Blick verloren hatte. Bevor Scelsi musikalisch zu neuen Ufern aufbrach, hatte er traditionelle kompositorische Verfahren einschließlich der Dodekaphonie studiert und die Welt des Orients auf langen Reisen erfahren.
Nach 1950 brachte er – mittels Meditationstechniken im Zustand der Trance – Musik zunächst als Improvisationen hervor. Diese zielten aber auf detail-genaue, äußerst nuancenreiche Partituren, die der reiche Graf bezahlte Komponisten nach Tonband-aufzeichnungen anfertigten ließ. Aus solch nicht unumstrittener Schaffenspraxis ging eine neue, einzigartige Musik hervor, die abseits tradierter syntaktischer Logik, unter Verzicht auf die übliche Vielzahl unterschiedlicher Tonstufen und ihre man-nigfachen Beziehungen den Einzelton so unmittelbar ausdifferenziert artikuliert, daß die Energie des Klangs auf ungehörte Weise freisetzt wird.

Giacinto Scelsi: TRILOGIA: Die drei Lebensabschnitte des Menschen

Triphon: (1956)
Jugend / Energie / Drama

Dithome: (1957)
Reife – Energie – Nachdenken

Ygghur: (1965)
Alter / Erinnerungen / Katharsis – Befreiung


In knapp einer Stunde die Lebensspanne des Menschen vom Aufruhr der Jugend bis zur Befreiung vom Diesseits mit großer Eindringlichkeit erleben.
In sieben Sätzen den stilistischen Wandel und Durchbruch der Erfahrung der Transzendenz nachvollziehen.

* * *
Vorab ein Werk der aserbaidschanischen Komponistin Frangis Ali-Sade (* 1947) :

AşK Havasi (»Liebes-Luft«)
aus dem Zyklus »Silk Road« (1998).

Die in München lebende junge Cellistin Jessica Kuhn legte nach Studien in Deutschland und den USA ihr Konzertexamen bei Natalia Gutman ab. Zu Aufführungen der tradierten Celloliteratur traten seither zwei künstlerische Schwerpunkte hinzu:
Tango und Neue Musik.

Aus der Zusammenarbeit mit dem uruguayischen Bandoneonisten und Komponisten Héctor Ulises Passarella folgte ihre Gründung des Streichquintetts Tango Infinito
(CD 2004 bei Antes).
2005, da Scelsi hundert Jahre alt geworden wäre, legte Jessica Kuhn beim Label Thorofon eine CD-Einspielung der kompletten TRILOGIA vor, mithin erst die zweite Einspielung nach jener, welche Cello-Legende Francis Marie Uitti in Kooperation mit dem Komponisten veröffentlichte

EINTRITT 12,-/ 8,- €

Mit freundlicher Unterstützung von:

Kulturbetriebe Aachen

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Altes Kurhaus

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