Samstag, 19. November 2005, 20:00
Jürgen Ruck © PROMO
Jürgen Ruck – g
Jürgen Ruck – geboren in Freiburg – studierte als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes in seiner Heimatstadt bei Sonja Prunnbauer und in Basel bei Oscar Ghiglia. 1986 erhielt er den ersten Preis beim Deutschen Musikwettbewerb, 1990 den Kranichsteinpreis für die Interpretation Neuer Musik.
Das Repertoire von Jürgen Ruck umfasst Musik vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Er konzertiert in den verschiedensten Kammermusikbesetzungen und trat bei vielen internationalen Festivals auf.
Als Solist spielte er etwa mit dem Berliner Philharmonischen Orchester (in dem er regelmäßig als Gastmusiker mitwirkt), dem Ensemble InterContemporaine Paris, der London Sinfonietta und den Rundfunkorchestern des WDR, NDR, SWR, SR, RAI Mailand und ORF Wien.
Jürgen Ruck engagiert sich besonders für die zeitgenössische Musik: als Gitarrist des Ensemble Modern sowie in der Zusammenarbeit mit Komponisten wie György Kurtág, Hans Werner Henze, Helmut Lachenmann oder John Adams. Bei der Uraufführung von György Kurtágs »Grabstein für Stephan« 1991 mit den Berliner Philharmonikern unter Zoltan Pesko spielte Ruck den Solopart. Das bedeutende Schaffen Hans Werner Henzes für Gitarre bildet einen besonderen Schwerpunkt seines Repertoires. Henze betraute Ruck mit der Einrichtung und Uraufführung zweier neuer Kompositionen für Gitarrenduo. Die CD-Einspielung dieser Werke, die 1999 bei Dabringhaus & Grimm erschienen ist, erhielt den Schallplattenpreis ECHO KLASSIK 2000 in der Sparte »Solistische Einspielung des Jahres für Musik des 20. Jahrhunderts«.
Caprichos Goyescos – Neue Kompositionen für Gitarre solo nach den Radierungen von Francisco Goya
Auf Anregung des jungen, dabei vielseitig profilierten Gitarristen des Ensemble Modern sind ab 2003 in beachtlicher Zahl neue Werke entstanden: musikalische Capricen nach jenen berühmten Grafiken Goyas, welche den Beginn und zugleich einen Höhepunkt der bildnerischen Modernen markieren.
In Anlehnung an den Maler Arnulf Rainer könnte man das Ergebnis als »Verwandlung, Umwandlung abgelagerter Kräfte in neue, präsente Menschen oder gegenwärtige Strahlung, Energie« bezeichnen. Doch sind die Musikstücke eigenständige Kunstwerke, die innermusikalischen Gesetzen folgen und sich nicht im Bezug auf die Bildwerke erschöpfen.
Die 20 KomponistInnen der Caprichos Goyescos – allesamt herausragende jüngere Vertreter der Neuen Musik – bieten eindrucksvoll ein Kaleidoskop der Möglichkeiten moderner Gitarrenmusik.
Kompositionen u.a. von Christopher Brandt, Sidney Corbet, Brett Dean, Bernd Franke, András Hamary, Detlev Heusinger, Claus-Steffen Mahnkopf, Cathy Milliken, Uros Roijko (Die erste von zwei hierzu geplanten CDs wurde neulich bei dem Label MDG veröffentlicht.)
Jürgen Ruck gewann 1986 den ersten Preis beim Deutschen Musikwettbewerb, 1990 den Kranichsteinpreis für die Interpretation Neuer Musik, 2000 den Schallplattenpreis Echo Klassik. Als Solist spielte er etwa mit dem Berliner Philharmonischen Orchester, dem Ensemble InterContemporaine Paris, der London Sinfonietta und den Rundfunkorchestern des WDR, NDR, SWR, SR, RAI, ORF. Zusammenarbeit mit den Komponisten Adams, Henze, Kúrtag, Lachenmann.
Professor für Gitarre der HfM Würzburg und Dozent der Internationalen Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik.
elole © PROMO
Stefan Eder – p
Uta-Maria Lempert – Violine
Matthias Lorenz – Violoncello
Das 2001 gegründete elole Klaviertrio aus Dresden präsentiert in seinem Programm am 19. November vier Werke aus den letzten Jahren. Allen Stücken gemeinsam ist, daß sie bestimmte Grenzbereiche des Musizierens ausloten. Bei Giovanni Dettori ist das die Frage danach, wie weit Ostinato als Kompositionsmethode zeitgemäß funktionieren kann. Ian Wilson wagt sich in den schwierigen Bereich einer Musik, die ohne Verzicht auf kompositionstechnische Errungenschaften der letzten Jahrzehnte doch wieder »gegenständlich« wird.
Deutlicher innermusikalisch sind die Bezüge der anderen beiden Stücke: Während bei Konrad Möhwald immer wieder Bekanntes durchscheint – nicht als Zitat, sondern gewissermaßen als Beschwörung einer Aura – so durchleuchtet Charlotte Seither gerade das Bekannte: Der Klangfluß des Klaviertrios wird immer wieder unterbrochen und einzelne Klänge werden im Stillstand wie unter einem Mikroskop betrachtet. Wobei beides, das Tun und das Hinterfragen des Tuns (indem es noch einmal genau ausgeleuchtet wird) untrennbar miteinander verwoben sind.
Hier läßt sich der Anspruch fassen, den Helmut Lachenmann formuliert hat: Musik hat »Sinn doch nur, insofern ihre Strukturen über sich hinausweisen auf Strukturen, das heißt auf Wirklichkeiten um uns und in uns«.
Programm
Konrad Möhwald: Trio (2005) (12')
Giovanni Dettori: Ostinato (2004) (6')
Ian Wilson: Catalan Tales (1996) (22')
Charlotte Seither: Champlève (1994) (10')
Pressestimmen
Kulturmagazin dresdner, 09/03
»elole heißt die fast anarchische Antwort (...) auf die spiegelglatten Strukturen der Klangerlebnisgesellschaft. Stefan Eder (Klavier), Uta-Maria Lempert (Violine) und Matthias Lorenz (Violoncello) schaffen konzertante Momente voller Spannung, in denen der Augenblick wieder atmen kann, weil Zuhörer und Interpreten gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen.«
gzmklangbruecke.de/music-loft.de | v2.0/© 2006 – 2012 [musikinsnetz.de] ››› Impressum